Wenn die Heizkosten steigen, rückt im Herbst oft eine zusätzliche Wärmequelle in den Blick. Ein Kaminofen als Zusatzheizung erwärmt einen Wohnbereich gezielt und sorgt an kalten Abenden für eine angenehme Atmosphäre. Ob sich das auch finanziell lohnt, lässt sich jedoch nicht mit einem pauschalen „Holz ist billiger” beantworten. Entscheidend sind der Preis des Brennholzes, die vorhandene Heizung, die tatsächliche Nutzung und die Eignung des Gebäudes.
Was bringt ein Kaminofen als Zusatzheizung?
Ein Kaminofen gibt die Wärme überwiegend dort ab, wo er aufgestellt wird. Das ist besonders sinnvoll, wenn sich das Familienleben häufig im Wohnzimmer abspielt und genau dieser Raum zeitweise zusätzliche Wärme benötigt. Je nach Grundriss verteilt sich ein Teil der Wärme in angrenzende Bereiche. Eine gleichmäßige Beheizung sämtlicher Räume lässt sich daraus aber nicht automatisch ableiten.
Der Kaminofen ergänzt die bestehende Heizungsanlage; er ersetzt nicht ohne Weiteres die Wärmeversorgung und Warmwasserbereitung des ganzen Hauses. In gut gedämmten Gebäuden ist außerdem eine sorgfältige Leistungswahl wichtig: Ein zu großer Ofen kann den Aufstellraum schnell überheizen.
Wie haben sich die Energiepreise 2026 entwickelt?
Die Energiepreise bewegen sich nicht alle in dieselbe Richtung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lagen die Verbraucherpreise für Energieprodukte im September 2026 insgesamt 14,9 % über dem Vorjahresmonat. Getrieben wurde diese Entwicklung vor allem von leichtem Heizöl (+74,9 %) und Kraftstoffen (+37,1 %).
Strom (−5,5 %) und Erdgas (−2,8 %) waren dagegen günstiger als ein Jahr zuvor. Brennholz, Holzpellets und andere feste Brennstoffe verteuerten sich im selben Zeitraum um 15,6 %. Holz ist damit nicht automatisch der günstigere Brennstoff – es kommt auf Ihren konkreten Tarif, Ihre Bezugsquelle und Ihre Nutzung an.

Für einen fairen Vergleich sollten alle Preise auf dieselbe Einheit bezogen werden: Kosten pro tatsächlich nutzbarer Kilowattstunde Wärme. Eine ausführliche Beispielrechnung mit aktuellen Preisen je Kilowattstunde finden Sie in unserem Beitrag Heizkosten sparen mit Holz.
Wann lohnt sich die Anschaffung besonders?
Ein Kaminofen als Zusatzheizung ist vor allem dann interessant, wenn ein geeigneter Schornstein vorhanden ist, der gewünschte Raum einen passenden Wärmebedarf hat und trockenes Holz zuverlässig verfügbar ist. Auch die Möglichkeit, die Wärme gezielt im genutzten Raum einzusetzen, kann im Alltag nützlich sein.
Wirtschaftlichkeit und Komfort sind dabei zwei unterschiedliche Kaufargumente: Nicht jeder wohnliche Vorteil erscheint direkt auf der Energierechnung. Wer den Ofen regelmäßig über die Heizsaison nutzt, verteilt die einmaligen Kosten für Anschaffung, Anschluss und Abnahme außerdem auf mehr Betriebsstunden als jemand, der nur an wenigen Wochenenden Feuer macht.
Wann ein Kaminofen als Zusatzheizung weniger sinnvoll ist
Weniger günstig fällt die Rechnung aus, wenn zuerst ein aufwendiger Schornstein gebaut werden muss, der Aufstellraum sehr klein ist oder das Holz nur teuer und in kleinen Mengen erhältlich ist. Auch in sehr dichten, modernisierten Gebäuden kann zusätzlicher Prüf- und Planungsaufwand entstehen, etwa im Zusammenspiel mit Lüftungs- oder Dunstabzugsanlagen.
Das Umweltbundesamt empfiehlt, vor der Anschaffung auch emissionsärmere Alternativen zu prüfen. Lassen Sie den Anschluss und die Eignung des Gebäudes daher vor dem Kauf fachlich bewerten, statt die Entscheidung allein an einer erhofften Ersparnis festzumachen.
Welche Rolle spielen Umwelt und richtiges Heizen?
Holzfeuerungen verursachen Feinstaub und weitere Luftschadstoffe. Das Umweltbundesamt weist ausdrücklich auf diese Belastung hin. Wer mit Holz heizt, sollte deshalb eine geeignete, emissionsarme Feuerstätte wählen, trockenes unbehandeltes Brennholz einsetzen und den Ofen entsprechend der Anleitung bedienen. Das reduziert vermeidbare Emissionen; emissionsfrei ist ein Holzofen nicht.
Wie sich typische Bedienfehler vermeiden lassen, haben wir in unserem Ratgeber Kaminofen richtig heizen zusammengefasst.
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Starten Sie mit der benötigten Wärmeleistung, den Abmessungen des Aufstellraums und dem vorgesehenen Schornsteinanschluss. Wie Sie die passende Leistung einschätzen, erklären wir in unserem Beitrag zur richtigen Kaminofen-Leistung.
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Häufige Fragen
Spart ein Kaminofen automatisch Gas oder Strom?
Nein. Er kann die vorhandene Heizung in einem Wohnbereich ergänzen. Ob dadurch tatsächlich Kosten sinken, hängt von Ihrem Heizverhalten, Ihren Energiepreisen und der eingesetzten Holzmenge ab.
Ist ein Kaminofen für ein gut gedämmtes Haus geeignet?
Möglich ist das, wenn Leistung, Verbrennungsluftversorgung und Schornstein dazu passen. Gerade bei geringer Heizlast sollte die Auswahl besonders sorgfältig erfolgen.
Sollte ich nur nach dem Kaufpreis entscheiden?
Nein. Berücksichtigen Sie auch Schornstein, Montage, Abnahme, Wartung und Brennstoffkosten.
Fazit: Ein Kaminofen kann eine sinnvolle Zusatzheizung sein, wenn er zum Gebäude passt und realistisch kalkuliert wird. Vergleichen Sie die Gesamtkosten und wählen Sie die Leistung nicht allein nach der Raumfläche.
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