Ein Kaminofen ist sicher – wenn er richtig aufgestellt, bedient und gewartet wird. Gerade zu Beginn der Heizsaison lohnt es sich, die wichtigsten Regeln aufzufrischen: Welche Abstände gelten, was gehört neben den Ofen, darf der Kaminofen über Nacht brennen und was tun bei einem Schornsteinbrand?
In diesem Ratgeber haben wir alles Wichtige zur Kaminofen Sicherheit zusammengefasst.

Kaminofen Sicherheit: Die 10 wichtigsten Regeln
- Fachgerecht installieren und abnehmen lassen: Der Ofen darf erst in Betrieb gehen, wenn der Schornsteinfeger ihn abgenommen hat. Innerhalb eines Jahres nach der Installation müssen Sie sich außerdem vom Schornsteinfeger zur richtigen Bedienung beraten lassen (§ 4 Abs. 8 der 1. BImSchV).
- Abstände einhalten: Die Sicherheitsabstände zu Wänden, Möbeln und anderen brennbaren Materialien stehen in der Anleitung Ihres Ofens. Halten Sie diese auch für Holzkorb, Deko und Vorhänge ein.
- Boden schützen: Vor der Feuerraumöffnung muss ein brennbarer Boden geschützt sein – häufig vorgeschrieben sind mindestens 50 cm nach vorne und 30 cm zu den Seiten. Passende Bodenschutzplatten können Sie bei PANADERO beim Kauf Ihres Kaminofens als Zubehör mitbestellen.
- Nur mit geschlossener Tür heizen: Öffnen Sie die Tür nur zum Anzünden und Nachlegen.
- Keine Brandbeschleuniger: Spiritus, Benzin oder Grillanzünder-Flüssigkeit haben im Kaminofen nichts zu suchen. Verwenden Sie feste Anzünder und dünnes Anzündholz.
- Nur trockenes, naturbelassenes Holz: Feuchtes oder behandeltes Holz erzeugt Schadstoffe und Glanzruß, die einen Schornsteinbrand begünstigen. Mehr dazu im Ratgeber Brennholz kaufen.
- Kinder und Haustiere schützen: Scheibe und Korpus werden sehr heiß. Ein Schutzgitter mit ausreichend Abstand verhindert Verbrennungen.
- Asche richtig entsorgen: Asche kann noch tagelang Glut enthalten. Sammeln Sie sie in einem Metallbehälter mit Deckel und geben Sie sie erst vollständig ausgekühlt in den Restmüll.
- Melder installieren: Rauchwarnmelder sind in Deutschland in Wohnungen vorgeschrieben. Ein zusätzlicher Kohlenmonoxid-Warnmelder (CO-Melder) im Aufstellraum wird empfohlen.
- Regelmäßig warten: Lassen Sie den Schornstein kehren, reinigen Sie den Ofen und ersetzen Sie verschlissene Dichtungen. Hilfe dazu finden Sie in den Ratgebern Kaminofen reinigen und Kaminofen Ersatzteile.
Brauche ich einen Feuerlöscher?
Für Privathaushalte gibt es in der Regel keine Pflicht. Ein Feuerlöscher oder eine Löschdecke in der Nähe des Ofens ist aber sinnvoll, um einen kleinen Brand – etwa durch herausfallende Glut – schnell zu löschen. Achten Sie darauf, dass der Löscher für Feststoffbrände geeignet ist, und lassen Sie ihn regelmäßig prüfen.
Kaminofen über Nacht brennen lassen: Ist das gefährlich?
Ein fachgerecht installierter Kaminofen mit geschlossener Tür darf ausbrennen, während Sie schlafen. Entscheidend ist, wie Sie das Feuer zum Abend hin führen:
- Legen Sie kurz vor dem Schlafengehen kein Holz mehr nach. Lassen Sie das Feuer bis zur Glut herunterbrennen.
- Drosseln Sie die Luftzufuhr nicht stark, um die Glut bis zum Morgen zu halten. Ein schwelendes Feuer erzeugt viel Kohlenmonoxid, Ruß und Glanzruß.
- Kontrollieren Sie, dass die Tür fest geschlossen ist und nichts Brennbares in der Nähe liegt.
- Rauch- und CO-Melder sorgen nachts für zusätzliche Sicherheit.
Tipp: Ein Kaminofen mit guter Feuerraumauskleidung und Speichermasse gibt auch nach dem Erlöschen noch eine Weile Wärme ab.
Schornsteinbrand: Erkennen und richtig handeln
Bei einem Schornsteinbrand entzünden sich Ablagerungen aus Ruß und Glanzruß im Schornstein. Dabei können Temperaturen von über 1.000 °C entstehen. Typische Anzeichen:
- lautes Rauschen, Brausen oder Dröhnen im Schornstein
- Funkenflug oder Flammen an der Schornsteinmündung
- dichter, dunkler Rauch und ein sehr heißer Schornstein
Was tun bei einem Schornsteinbrand?
- Feuerwehr rufen (112) und auf den Schornsteinbrand hinweisen.
- Niemals mit Wasser löschen: Wasser verdampft schlagartig auf ein Vielfaches seines Volumens und kann den Schornstein sprengen.
- Luftzufuhr schließen: Schließen Sie Ofentür und Luftregler.
- Brennbares entfernen: Räumen Sie in allen Etagen brennbare Gegenstände vom Schornstein weg und halten Sie die Reinigungsöffnungen frei.
- Schornsteinfeger informieren: Nach einem Schornsteinbrand muss der Schornstein überprüft werden, bevor Sie den Ofen wieder nutzen.
Vorbeugen ist einfach: Heizen Sie nur mit trockenem Holz, vermeiden Sie stark gedrosseltes Schwelfeuer und lassen Sie den Schornstein regelmäßig kehren.

Fazit: Sicher heizen ist kein Hexenwerk
Mit fachgerechter Installation, ausreichenden Abständen, trockenem Holz und regelmäßiger Wartung heizen Sie mit Ihrem Kaminofen sicher. Lassen Sie das Feuer abends ausbrennen, statt es zu drosseln, und reagieren Sie bei einem Schornsteinbrand richtig: Feuerwehr rufen, kein Wasser.
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